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10. Das Entgegenkommen des Bankiers

Martin errät ihre Gedanken, lässt sich aber nichts anmerken. Der impulsive Franz äussert sich:  

“— Wie können wir Ihnen 1620 DM bringen, wenn es nur 1500 DM auf der ganzen Insel gibt?  

— Das nennt man den Zins, meine guten Freunde. Hat sich Ihre Produktion nicht erhöht?  

— Doch, aber das Geld hat sich nicht vermehrt. Und Sie verlangen ja gerade das Geld, und keine Produkte. Sie allein können Geld herstellen. Aber Sie drucken nur 1500 DM und verlangen von uns 1620 DM. Das ist unmöglich!  

— Warten Sie doch, meine Freunde! Die Bankiers fügen sich immer den Umstanden, um den Kunden entgegenzukommen... Ich verlange nur die Zinsen von Ihnen. Nur 120 DM. Sie werden das Kapital weiterbehalten.  

— Sie erlassen uns unsere Schuld?  

— Nein. Leider erlässt ein Bankier nie eine Schuld. Sie bleiben mir das ganze Ihnen ausgeliehene Geld schuldig. Sie zahlen mir jedes Jahr nur die Zinsen, ich werde Sie nicht zur Rückerstattung des Kapitals drängen. Einige unter Ihnen werden vielleicht nicht mal die Zinsen zahlen können, weil das Geld von einem zum anderen geht. Richten sie sich doch zu einer Nation ein und kommen Sie über ein Kollektionssystem überein. Das nennt man besteuern. Sie können die, die mehr Geld haben, mit einer größeren Steuer belegen. Sofern Sie mir den Gesamtbetrag der Zinsen geben, bin ich zufrieden und Ihrer Nation wird es gut gehen.”  

Unsere fünf Freunde ziehen sich fast beruhigt aber nachdenklich zurück. 

11. Martin Ekstase

Martin ist allein. Er denkt in Ruhe nach und zieht den folgenden Schluss: “Meine Geschäfte laufen gut. Gute Arbeiter, diese Männer, aber unwissend. Ihre Unwissenheit und ihre Leichtgläubigkeit bilden meine Stärke. Sie wollten Geld, ich habe sie betrogen. Oh! Großer Bankier, ich fühle, wie dein Genie von mir Besitz ergreift. Du hast es ja gesagt, edler Meister: «Man überlasse mir die Kontrolle des Geldes einer Nation und ich lache diejenigen aus, die die Gesetze machen.» Ich bin der Herrscher der Insel der Schiffbrüchigen, weil ich das Währungssystem kontrolliere. 

Ich könnte ein Universum regieren. Was ich hier tue, könnte ich, Martin, auf der ganzen Welt tun. Wenn ich eines Tages von dieser Insel wegkommen sollte, weiß ich, wie ich die Welt — ohne einen Zepter zu halten — regieren kann. 

So setzt sich die ganze Struktur des Bankssystems in Martins erfreuten Geist fest.

12. Krise wegen des teuren Lebens

Die Situation wird jedoch auf der Insel der Schiffbrüchigen von Tag zu Tag schlimmer. Die Produktivität kann noch so sehr steigen, es wird immer weniger ausgetauscht. Martin zieht seine Zinsen regelmäßig an sich. Er muss daran denken. Geld für sich zu sparen. Das Geld läuft schlecht um. 

Diejenigen, die die meisten Steuer zahlen, schimpfen auf die anderen und treiben zur Entschädigung ihre Preise in die Höhe. Die ärmeren. die keine Steuer bezahlen, schimpfen auf die hohen Lebenskosten und kaufen weniger. 

Die Stimmung sinkt, die Lebensfreude vergeht. Man empfindet keine Freude mehr an der Arbeit. Wozu auch? Die Produkte verkaufen sich schlecht; werden sie verkauft, müssen Steuern an Martin abgegeben werden. Man enthält sich. Es ist die Zeit der Krise. Jeder beschuldigt seinen Nachbarn, nicht genügend Tugenden zu haben und des teuren Lebens schuldig zu sein. 

Eines Tages denkt Heinrich in seinem Obstgarten über die Lage nach und findet, dass der "Fortschritt", der durch das Währungssystem des Bankiers gebracht wurde, alles auf der Insel verdorben hat. Sicherlich haben die fünf Männer ihre Fehler; aber Martins System enthält das Schlechteste, was die Menschheit verbirgt. 

Heinrich entschließt sich, seine Kumpels zu überzeugen und zu vereinen. Er fängt bei Jakob an, wo er sein Ziel rasch erreicht: "Eh! sagt Jakob, ich bin kein gelernter Mann, aber ich fühle es schon lange: das System dieses Bankiers ist fauler als der Misthaufen meines Stalls vom letzten Jahr." 

Er gewinnt sie alle, einer nach dem anderen und eine weitere Unterredung mit Martin wird abgemacht. 

13. Beim Kettenschmied

Beim Bankier kommt es zu einem heftigen Streit. 

“— Dieses Geld ist etwas Seltenes auf dieser Insel, Herr Martin, weil Sie es uns wegnehmen. Wir zahlen und zahlen und sind Ihnen noch ebenso schuldig wie am Anfang. Wir arbeiten, die Erde ist dadurch sehr schön geworden, aber unsere Lage ist schlimmer als vor Ihrer Ankunft. Schulden! Schulden! Schulden bis über den Kopf! 

— Aber, aber meine Freunde! Denken Sie doch mal nach. Ihre Erde ist nur dank meiner Anwesenheit so schön. Ein gutes Währungssystem ist der beste Besitzstand eines Landes. Um daraus Nutzen zu ziehen, muss man zunächst Vertrauen zum Bankier haben. Kommen Sie zu mir wie zu einem Vater. Sie wollen mehr Geld! Gut. Mein Gold ist sehr viel mehr als 300 DM... Ich werde Ihr neues Eigentum mit einer Hypothek belasten und Ihnen sofort weitere 1500 DM leihen.

— Zweimal mehr Schulden ? Jedes Jahr zweimal soviel Zinsen bezahlen, ohne aufzuhören ? 

— Ja, aber ich werde Ihnen noch mehr leihen, solange Sie Ihre Bodenschätze entwickeln; und Sie werden mir immer nur die Zinsen zurückzahlen. Sie werden die Geldaufnahmen anhäufen, was Sie die unkündbare Schuld nennen werden Schuld, die jedes Jahr größer sein wird. Aber Ihr Gehalt wird auch höher sein. Dank meiner Darlehensschulden wird sich Ihr Land entwickeln. 

— Das bedeutet, je mehr wir erzeugen werden, desto mehr wird unsere Gesamtschuld steigen ? 

— Genau wie in allen zivilisierten Ländern. Die Staatsschuld ist ein Barometer des Wohlstands.

14. Der Wolf frisst die Lämmer

Ist das, was Sie gesundes Geld nennen, Herr Martin ? Eine Staatsschuld, die erforderlich und unzahlbar geworden ist, ist nicht gesund sondern ungesund.  

— Meine Herren, jedes gesunde Zahlungsmittel muss nach dem Gold berechnet werden und als Schuld aus der Bank kommen. Die Staatsschuld ist eine gute Sache: sie setzt die Regierungen unter die in dem Bankier verkörperte Weisheit. Als Bankier bin ich eine Fackel der Zivilisation in Ihrer Insel.  

— Herr Martin, wir sind keine gelehrten Menschen, aber wir wollen keine solche Zivilisation hier, Wir werden keinen Pfennig mehr von Ihnen annehmen. Gesundes oder ungesundes Geld, wir wollen nichts mehr mit Ihnen zu tun haben.

— Ich bedaure diese ungeschickte Entscheidung, meine Herren. Wenn Sie sich von mir trennen wollen, ich habe Ihre Unterschriften. Erstatten Sie mir sofort das Kapital und die Zinsen.  

— Das ist unmöglich, Herr Martin. Wenn wir Ihnen auch das ganze Geld der Insel geben würden, wären wir nicht quitt.  

— Da kann ich nichts dafür. Haben Sie unterschrieben, ja oder nein ? Ja ? Also ergreife ich hiermit Ihr gesamtes verpfändetes Eigentum auf Grund der Heiligkeit der Verträge, so wie es zu jener Zeit vereinbart wurde, in der Sie so froh waren, mich zu kennen. Wenn Sie der Übermacht des Geldes nicht freiwillig dienen wollen, dann werden Sie es widerwillig tun. Sie werden die Insel weiter bewirtschaften, aber für mich und unter meiner Bedingungen. Gehen Sie jetzt. Ich werde Ihnen morgen meine Befehle erteilen.” 

15. Die Kontrolle der Zeitungen

Martin weiß, dass derjenige, der das Währungssystem einer Nation kontrolliert, diese Nation kontrolliert. Er weiß jedoch auch, dass die Bevölkerung in der Unwissenheit bleiben und mit etwas anderem beschäftigt werden muss, um diese Kontrolle aufrechtzuerhalten.

Martin hat bemerkt, dass von den fünf Inselbewohner zwei konservativ und drei liberal sind. Das kommt zum Vorschein, wenn die fünf abends miteinander sprechen, hauptsächlich seitdem sie seine Sklaven geworden sind.

Zwischen den Blauen und den Roten beginnen Streitereien.

Von Zeit zu Zeit schlägt Heinrich eine Volkmacht vor, um die führenden Männer unter Druck zu setzen... Eine gefährliche Macht für jede Diktatur. Martin wird sich daher bemühen, ihre politische Uneinigkeit so gut wie möglich zu vergrößern. Er benutzt seine kleine Presse und lässt zwei Wochenzeitungen erscheinen: "Die Sonne" für die Roten, "Der Stern" für die Blauen.

"Die Sonne" sagt im wesentlichen: wenn Sie nicht mehr Herr bei Ihnen sind, sind die zurückgebliebenen Blauen, die immer hinter dickem Gewinn her sind, daran Schuld.

"Der Stern" sagt im wesentlichem: Ihre Staatsschuld ist das Werk dieser verfluchten Roten, die immer auf politischen Abenteuer aus sind.  

Deshalb zanken sich unsere zwei politischen Fraktionen noch mehr und vergessen dabei den wahren Kettenschmiede den Geldverwalter Martin. 

16. Ein wertvolles Wrack

Eines Tages entdeckt der Schürfer Thomas eine am Ende der Insel durch hohes Gras versteckte Rettungsschaluppe ohne Ruder, ohne Dienstzeichen außer einer relativ gut erhaltenen Kiste.

Er öffnet die Kiste: Sie enthält Wäsche und einige Kleinigkeiten. Aber Thomas Aufmerksamkeit fällt auf ein Bildband, das nicht allzusehr unter der Fahrt gelitten hat und dessen Titel "Erstes Jahr von Vers Demain" lautet.  

Neugierig setzt sich unser Mann hin und öffnet das Band. Er liest, verschlingt es und erstrahlt:  

"—Genau das hätten wir schon lange wissen müssen", ruft er.  

"— Das Geld zieht seinen Wert überhaupt nicht aus dem Gold, sondern aus den Produkten, die mit Geld gekauft werden können.  

Geld kann ein einfaches Rechnungswesen sein, in dem die Kredite je nach Ein- und Verkaufen von einem Konto zum anderen überwiesen werden. Der Gesamtbetrag des Geldes in Zusammenhang mit der ganzen Produktion.  

Jede Produktionssteigerung muss einer gleichwertigen Gelderhöhung entsprechen... Nie keine Zinsen auf frisch entstandenes Geld bezahlen... Der Fortschritt entspräche nicht einer Staatsschuld, sondern einer Dividende, die für alle gleich wäre... Die Preise wären der Kaufkraft durch einen Preiskoeffizienten angewiesen. Der soziale Kredit..."  

Thomas hält es nicht mehr aus. Er steht auf und läuft zu seinen vier Freunden, um ihnen über seine erstaunliche Entdeckung zu berichten. 

17. Geld, ein einfaches Rechnungswesen

Thomas lehrt die anderen:  

"Das sagt er, hätten wir schon lange tun können, ohne den Bankier, ohne Gold, ohne Unterschrift, ohne Schuld.  

Ich eröffne ein Konto im Namen eines Jeden von euch. Rechts, der Kredit, was dem Konto gutgeschrieben wird, links, das Schuldenkonto, mit dem das Konto belastet wird.  

Wir wollen für jeden 300 DM um anzufangen. Beschließen wir einfach zusammen, 300 DM auf jedes Konto gutzuschreiben. Jeder besitzt sofort 300 DM.  

Franz kauft bei Paul Produkte für 15 DM. Ich ziehe 15 DM bei Franz ab, es bleiben ihm 285 DM Ich schreibe Paul 15 DM gut, er besitzt jetzt 315 DM.  

Jakob kauft bei Paul für 12 DM ein. Ich ziehe 12 DM bei Jakob ab, er behält 288 DM. Paul besitzt dann 327 DM.  

Paul kauft bei Franz für 22 DM ein. Ich ziehe bei Paul 22 DM ab, es bleiben ihm 305 DM; ich schreibe Franz 22 DM gut, ihm stehen also 307 DM zur Verfügung, usw. Von einem Konto zum anderen geht es weiter, genau wie Banknoten von einer Tasche zur anderen wandern.  

Braucht einer unter uns Geld, um seine Produktion zu steigern, eröffnen wir mit ihm den nötigen Kredit, ohne Zinsen. Er zahlt den Kredit zurück, sobald er seine Produktion verkauft hat.  

Das gilt auch für die öffentlichen Bauarbeiten. Wir schreiben auch regelmäßig jedem Konto eine zusätzliche Summe gut, ohne jemandem etwas abzuziehen, was dem sozialen Fortschritt entspricht. Das ist die nationale Dividende. Das Geld ist daher ein Dienstinstrument.  

18. Die Verzweiflung des Bankiers

Alle haben verstanden. Die Siedlung ist eine Gutschriftnation geworden. Am folgenden Tag bekommt Martin einen von den fünf Männern unterschriebenen Brief: 

"Herr Martin, Sie haben uns ohne Grund verschuldet und ausgenutzt. Wir brauchen Sie nicht mehr, um unser Währungssystem zu verwalten. Wir werden von nun an alles Geld haben, das wir brauchen, ohne Gold, ohne Schulden, ohne Dieb. Wir führen sofort das System des Sozialen Kredits auf der Insel ein. Die nationale Dividende wird die Staatsschuld ersetzen. 

Wenn Sie auf die Rückzahlung bestehen, können wir Ihnen das ganze Geld, das Sie für uns gemacht haben, zurückgeben, aber mehr nicht. Sie können nicht etwas verlangen, was Sie gar nicht hergegeben haben." 

Martin ist verzweifelt. Sein aufgebautes Reich bricht zusammen, Die fünf Männer haben alles verstanden. "Was nun ? Sie um Entschuldigung bitten? Werden, wie sie? Ich, ein Bankier?... Nein. Eher werde ich versuchen, ohne sie anzukommen und abseits von ihnen zu leben."

19. Der enthüllte Betrug

Um sich gegen eine mögliche künftige Beschwerde zu schützen, haben unsere Männer entschieden, dem Bankier ein Dokument unterschreiben zu lassen, das bestätigt, dass er noch alles besitzt, was er bei seiner Ankunft bei sich hatte. 

Daher der gesamte Inventar: die Schaluppe, die kleine Presse und... das berühmte Fass. 

Martin musste den Ort angeben und das Fass wurde ausgegraben. Unsere Männer ziehen es aus dem Loch mit viel weniger Respekt diesmal. Der Soziale Kredit hat sie gelehrt, den Fetisch Gold zu verachten. 

Während der Schürfer das Fass hochhebt, denkt er, dass es für Gold nicht sehr schwer sei. "Ich bezweifle sehr, daß dieses Fass voll Gold ist" sagt er. 

Der stürmische Franz zögert nicht länger. Ein Axtschlag und das Fass gibt seinen Inhalt preis: kein Gramm Gold darin. Felsbrocken! Lauter wertlose, gewöhnliche Steine! Unsere Männer können es nicht fassen. 

"- Wenn man bedenkt, dass er uns so irregeführt hat, der Schuft! Mussten wir auch blöd sein, um vor dem Wort GOLD in Ekstase zu geraten! 

- Wenn man bedenkt, dass wir ihm unser ganzes Eigentum verpfändet haben, wegen paar Papierfetzen. die auf vier Schaufeln Steinen beruhten. Ein Dieb und zugleich ein Lügner! 

- Wenn man bedenkt, dass wir böse miteinander waren und uns monatelang wegen solch einem Betrug gehasst haben ! Zum Teufel mit ihm!" 

Franz hatte kaum seine Axt gehoben, da lief der Bankier so schnell er konnte in den Wald hinein. 

Von der Parabel zur Wirklichkeit

Das System “Schulden-Geld”

Louis Even

Das System Schulden-Geld, das von Martin auf der Insel der Schiffbrüchigen eingeführt wurde, brachte die kleine Gemeinschaft dazu, sich finanziell zu verschulden, während sie durch ihre Arbeit zur Entwicklung und Bereicherung der Insel beitrug.

Ist das nicht genau, was in den zivilisierten Ländern geschieht?

Heutzutage ist Deutschland bestimmt reicher an echtem Reichtum als vor 50 oder 100 Jahren oder zur Zeit der Pioniere. Vergleichen Sie nun die Staatsschuld, die Summe all seiner öffentlichen Schulden, mit der Summe vor 50, 100 oder 700 Jahren!

Und doch hat genau diese deutsche Bevölkerung im Verlauf der Jahre den Reichtum zustandegebracht. Wieso sollte man sie dann für den Erfolg ihrer Arbeit verschulden lassen?

Betrachten Sie zum Beispiel den Fall der Schulen, der städtischen Wasserleitungen, der Brücken, der Strassen und der anderen öffentlichen Bauarbeiten. Wer baut sie? Erbauer des Landes. Wer liefert das Material? Fabrikanten des Landes. Und warum können sie solche Bauarbeiten unternehmen? Weil andere Arbeiter für sie Nahrung, Kleider und Schuhe herstellen, oder Dienste leisten, die die Erbauer und Werkstoffshersteller verwenden können.

Daher versteht es sich, dass die gesamte Bevölkerung durch ihre vielfältige Arbeit all diese Reichtümer produziert. Lässt sie Waren aus dem Ausland kommen, dann nur als Gegenleistung für die Produkte, die sie ins Ausland ausführt.

Was stellen wir fest? Überall belegt man die Bürger mit einer Steuer, um diese Schulen, Krankenhäuser, Brücken, Strassen und andere Bauarbeiten zu bezahlen. Man lässt also die Bevölkerung gemeisam für das zahlen, was sie erzeugt hat.

Mehr als den Preis bezahlen

Und hier hört es noch nicht auf. Die Bevölkerung muss mehr als den Preis für das, was sie selbst produziert hat, bezahlen. Ihre Produktion, die wahre Bereichung, wird für sie zu einer mit Zinsen belasteten Schuld.

Im Lauf der Jahre kann die Summe der Zinsen dem Betrag der durch das System aufgedrängten Schuld gleichkommen oder sogar überschreiten. Es geschieht auch, dass die Bevölkerung 2 oder 3 Mal den Preis von dem, was sie selbst erzeugt hat, bezahlen muss.

Außer den Staatsschulden gibt es auch Schulden der Industrie, die ebenfalls auf Zinsen belastet sind. Sie zwingen den Industriellen, den Unternehmer seine Preise zu erhöhen, um das Kapital und die Zinsen erstatten zu können, andernfalls würde er in Konkurs geraten.

Ob Staatsschulden oder industrielle Schulden, das Volk muss immer alles dem Finanzsystem zahlen: Steuer, wenn es sich um die Staatsschuld handelt, Preise, wenn es sich um die industriellen Schulden handelt. Die Preise schwellen an, während die Steuern den Geldbeutel leeren.

Ein tyrannisches System

Das alles und auch andere Dinge bestimmen ein Währungssystem, ein Finanzsystem, das Befehle gibt anstatt zu dienen, und die Bevölkerung beherrscht - wie Martin die Männer der Insel beherrschte, bevor sie sich gegen ihn erhoben.

Was geschieht, wenn die Geldkontrolleure sich weigern, zu leihen, oder wenn sie den Unternehmen und den öffentlichen Firmen zu hohe Bedingungen stellen ? Es geschieht, dass die öffentlichen Firmen dringende Baupläne aufgeben; es geschieht, dass die Unternehmer auf Entwicklungen oder Herstellungen, die jedoch ihrem Bedarf entsprechen würden, verzichten. Und das wegen der Arbeitslosigkeit. Um zu verhindern, dass die Arbeitslosen ganz sterben, muss man diejenigen mit einer Steuer belasten, die noch etwas besitzen oder ein Einkommen haben.

Kann man sich ein schlimmeres System ausdenken, dessen Hexerei sich auf ein ganzes Volk auswirkt?

Ein Hindernis zur Verteilung

Das ist noch nicht alles. Das Währungssystem ist ein schlechtes finanzielles, die Produkte austeilendes Instrument außer der Verschuldung der Produktion, die es finanziert, zu verschulden oder diejenige, die es verweigert zu finanzieren, lahmzulegen.

Wenn auch alle Geschäfte und Lager voll sind, wenn man auch alles besitzt, um die Produktion noch mehr zu steigern, die Verteilung der Produkte bleibt rationiert.

Man muss tatsächlich die Waren, die man erhalten will, bezahlen. Um eine Menge Waren einzukaufen, braucht man eine Menge Geld in den Geldbeuteln. Das ist aber nicht der Fall. Das System gibt den Produkten immer mehr Wert, als dass es Geld in die Beutel des Volkes steckt, das diese Waren benötigt

Die Fähigkeit zu bezahlen entspricht nicht der Fähigkeit zu erzeugen. Die Finanz stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein. Die Wirklichkeit ist eine reichliche und einfach zu erzeugende Ware. Die Finanz ist rationiertes und schlecht zu erhaltenes Geld.

Verbessern, was verdorben ist

Das aktuelle Geldsystem ist also wirklich ein Strafsystem, anstatt ein Dienstsystem zu sein. Das bedeutet nicht, dass er beseitigt, sondern verbessert werden muss. Das könnte sehr gut getan werden, wenn man die finanziellen Prinzipien, die unter dem Namen des "Sozialen Kredits" bekannt sind, anwenden wurde. (Man muss ihn nicht mit der politischen Partei verwechseln, die auf heuchlerischer Weise den gleichen Namen trägt.)

Der Soziale Kredit

Das Geld der Wirklichkeit angemessen

Martins Geld hatte auf der Insel der Schiffbrüchigen keinen Wert gehabt, wenn es keine Produkte' darauf gegeben hätte. Auch wenn sein Fass wirklich mit Gold gefüllt gewesen wäre, was hätte man mit Gold auf einer Insel ohne Produkte kaufen können ? Gold, Papiergeld oder irgendwelche Zahlenbeträge in Martins Buch hatten niemanden nähren können, wenn es keine Nahrungsmittel gegeben hätte. Das gilt auch für die Kleidung und den Rest.

Aber es gab Produkte auf der Insel. Diese Produkte stammen aus den Naturquellen und der Arbeit der kleinen Gemeinschaft. Der wahre Reichtum, der allein dem Geld seinen Wert gegeben hat, war das Eigentum der Bewohner der Insel, und nicht der ausschließliche Besitz des Bankiers Martin.

Martin hat sie für das, was sie besaßen, in Schulden gestürzt. Sie haben es verstanden, als sie den Sozialen Kredit lasen. Sie haben verstanden, dass das ganze Geld, der finanzielle Kredit, nach dem Gesellschaftskredit selbst berechnet wird, und nicht nach dem Geldgeschäft des Bankiers. Das Geld sollte ihr Eigentum sein in dem Moment, in dem es gedruckt wurde; also hätte der Bankier es ihnen geben, verteilen sollen, wenn es dann auch von den Einen zu den Anderen je nach der Produktion wandern sollte.

Die Geldfrage wurde von da an für sie, was sie in Wirklichkeit ist: eine Buchhaltungsfrage.

Das erste, was von einer Buchhaltung verlangt wird, ist die Genauigkeit, die Übereinstimmung mit dem, was sie ausdrückt. Das Geld muss mit der Produktion oder der Vernichtung des Reichtums übereinstimmen. Die Schwankungen des Reichtums kontrollieren: Reiche Produktion, viel Geld; leichte Produktion, leicht erworbenes Geld; automatische Produktion, automatisch verdientes Geld; Gebührenfreiheit in der Produktion, Gebührenfreiheit im Geld.

Das Geld für die Produktion

Das Geld muss im Dienst der Hersteller stehen, sobald sie es brauchen, um die Produktionsmittel zu mobilisieren.

Das ist möglich, da es von einem Tag zum anderen zustande kam, sobald der Krieg 1939 erklärt wurde. Das Geld, das seit 10 Jahren überall fehlte, ist plötzlich gekommen; und während den 6 Kriegsjahren gab es kein Geldproblem mehr für die Finanzierung der ganzen möglichen und erforderlichen Produktion.

Das Geld kann also und muss sogar im Dienst der Staats - und Privatproduktion stehen, mit der gleichen Treue, mit der es im Dienst der Kriegsproduktion stand. Alles, was menschlich möglich ist, um die berechtigten Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen, soll finanziell möglich gemacht werden.

Das wäre das Ende der Alpträume der öffentlichen Körperschaften. Es wäre auch das Ende der Arbeitslosigkeit und ihrer Entbehrungen, solange es noch Produkte zu erzeugen gibt, um die öffentlichen und privaten Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen.

Dividende für jeden

Der Soziale Kredit empfiehlt die Verteilung einer periodischen Dividende an alle. Sagen wir eine Geldsumme, die jeden Monat allen Leuten in Abhängigkeit ihrer Arbeit gegeben wird - genau wie die Dividende, die dem Kapitalisten überwiesen wird, auch wenn er nicht persönlich arbeitet.

Man erkennt, dass der Kapitalist, der Geld in ein Unternehmen investiert, das Recht auf ein Einkommen hat; man nennt es Dividende. Andere Personen benützen sein Kapital und werden dafür durch Löhne ausgezahlt.

Dennoch zieht der Kapitalist sein Einkommen von der einzigen Anwesenheit seines Kapitals im Unternehmen. Wenn er persönlich dort arbeitet, dann bezieht er zwei Einkommen: einen Lohn für seine Arbeit und eine Dividende für sein Kapital.

Der Soziale Kredit betrachtet alle Glieder der Gesellschaft als Kapitalisten. Alle besitzen gemeinsam ein wahres Kapital, das der modernen Produktion viel mehr beiträgt als das Geld-Kapital oder die individuelle Arbeit der Angestellten.

Was ist das für ein Gemeinschaftskapital?

Es gibt zuerst die Naturprodukte des Landes, die niemand erzeugt hat, aber eine Gabe Gottes für die Bewohner dieses Landes sind.

Dann gibt es die Gesamtheit des Wissens, der Erfindungen, Entdeckungen, Verbesserungen in den Techniken der Produktion, all dieser erworbene, angesammelte, vermehrte und von einer Generation zur nächsten übermittelte Fortschritt. Die gemeinsame, von den vergangenen Generationen erhaltene Erbschaft wird von unserer Generation benützt und noch mehr entwickelt, um sie der nächsten weiterzugehen. Sie ist nicht der exklusive Besitz einer Person, sondern ein Gesellschaftsgut.

Da haben wir den größten Faktor der modernen Produktion. Beseitigen wir nun mal die Antriebskraft des Dampfes, der Elektrizität, des Erdöls - Erfindungen der letzten 3 Jahrhunderte - und raten Sie, was mit der Gesamtproduktion geschehen würde, auch mit viel mehr Arbeit und längeren Stunden für die ganze Arbeiterbelegschaft des Landes.

Natürlich brauchen wir auch Hersteller, die einen Gewinn aus diesem Kapital ziehen und durch ihre Löhne dafür bezahlt werden. Das Kapital selbst muss jedoch seinen Besitzern, d.h. allen Staatsbürgern, die ebenso Miterben der vergangenen Generationen sind, Dividende bringen.

Da dieses Gesellschaftskapital der größte Faktor der modernen Produktion ist, sollte die Dividende fähig sein, jedem mindestens das zu verschaffen, was er am nötigsten braucht. Außerdem sollte der durch die Dividende gegebene Anteil immer größer werden, während die Mechanisierung, die Motorisierung und die Automation in der Produktion einen immer größeren Platz einnehmen, mit immer weniger mühsamer menschlicher Arbeit.

Das ist eine ganz verschiedene Art, sich die Verteilung der Reichtümer vorzustellen, als die heute angewandte. Anstatt die Leute und die Familien in einer düsteren Not zu lassen oder diejenigen mit einer Steuer zu belasten, die verdienen, um den in der Produktion nicht mehr notwendigen Leuten zu helfen, wären sich alle ein Grundeinkommen durch die Dividende sicher. Eine bessere Verteilung an der Quelle.

Das wäre gleichzeitig ein den großen, modernen, gewinnbringenden Möglichkeiten gut angepasstes Mittel, das Rech für alle Menschen die materiellen Güter benutzen zu können. Ein Recht, das jeder Person auf Grund ihrer

Existenz zugute kommen soll. Ein wesentliches und unantastbares Recht, an das Pius XII. in seiner historischen Radioansprache vom 1. Juni 1941 erinnert hat:

"Die von Gott erzeugten Güter sind für alle Menschen da und müssen allen nach dem Prinzip der Gerechtigkeit und Nächstenliebe zur Verfügung stehen. Jeder Mensch, ein mit Verstand begabtes Lebewesen, hat sein Grundrecht, die materiellen Erdgüter zu verwenden, eigentlich von der Natur... Ein solches individuelles Recht konnte auf keinerlei Weise unterdrückt werden, nicht einmal durch die Ausübung von anderen bestimmten und durch die materiellen Güter anerkannten Rechte."

Eine Dividende für alle und einen jeden: das ist die glänzenste, wirtschaftliche und soziale Formel, die je einer Welt vorgeschlagen wurde, deren Problem nicht die Produktion sondern die Verteilung der Produkte ist.

Nicht durch eine politische Partei

Zahlreiche Leute sehen im Sozialen Kredit von Douglas den vollkommensten Vorschlag, der reichen modernen Wirtschaft zu dienen und die Produkte allen zur Verfügung zu stellen.

Jetzt muss diese Vorstellung der Wirtschaft nur noch die Oberhand gewinnen, damit sie in die Tat umgesetzt werden kann.

Leider haben manche Politiker in Kanada die beiden Wörter "Sozialer Kredit" mißbraucht, indem sie sie dafür benutzt haben, eine politische Partei danach zu benennen.

Politische Partei und Sozialer Kredit sind von ihrer Natur, ihrem Ziel, ihrem Prinzip und ihrem Sinn her zwei einander ausschließende Dinge.

Die Grundsätze des Sozialen Kredits ruhen auf einer Philosophie. Und diese Philosophie gibt der Einzelperson den Vorzug vor der Gruppe, vor den Instituten und sogar vor der Regierung. Jede Tätigkeit, die im Namen des echten Sozialen Kredits ausgeübt wird, muss im Dienst der Personen ausgeübt werden.

Im Gegensatz dazu will der Soziale Kredit die Macht an alle austeilen: die Wirtschaftsmacht durch eine periodische Dividende, die es jeder Einzelperson ermöglicht, der Landesproduktion Aufträge zu erteilen; die politische Macht, indem der Staat und die Regierungen in allen Stufen zum Besitz der Menschen werden, und nicht die Menschen zum Besitz des Staates.

Die politischen Parteien sind an der Regierung interessiert, während der wahre Kreditist an der Einzelperson Interesse hat.

Die Politik der Parteien besteht darin, die Bürger dazu zu bringen auf ihre private Verantwortung zu verzichten, da die Parteien die Wahlen in Auge haben, d.h. eine Handlung von eine paar Sekunden, die der hinter einem Vorhang versteckte Bürger ausführt, nachdem er vier Wochen lang das Wahlragout gekostet hat.

Jede politische Partei trägt zu der Auseinandersetzung des Volkes, bei da die Parteien gegeneinander kämpfen, um die Macht erhalten zu können. Aber jede Auseinandersetzung schwächt. Ein geteiltes, geschwächtes Volk wird schlecht bedient.

Die Lehre des Sozialen Kredits dagegen macht die Bürger des wichtigsten, gemeinsamen Strebens bewusst. Eine echte Bewegung des Sozialen Kredits lehrt den Bürgern, sich für die Anforderungen zu einigen, und wenn nötig, die Regierung unter einen gewissen Druck zu setzen, welche Gruppe auch am Ruder ist.

Deshalb rät die Zeitung "Vers Demain", aus der diese 8 Seiten gezogen sind, auf die Politik, einen Druck des außerhalb der Parlamente versammelten Volkes auszuüben, das die Regierungen beeinflussen muss, damit die vom Volk auserwählten Abgeordneten die Gesetze im Sinne des Sozialen Kredits erlassen.

Damit große Ideen wie die schöne Wirtschaftsvorstellung des Sozialen Kredits siegen, brauchen wir keine nach Ruhm und Geld gierigen Politiker, sondern Apostel, die sich ohne Berechnung hingeben, indem sie nur den Sieg der Wahrheit und eine bessere Welt für alle beabsichtigen; auf alle irdische Belohnungen verzichtende Apostel, die sich auf Gott verlassen und für die unternommene Sache und den Rest ihr Möglichstes tun.

Die Zeitung "Vers Demain" arbeitet daran, solche Apostel auszubilden. Die Zeitung "Vers Demain" offenbart ihre Ziele, ihre Tätigkeiten und ihre Vorgangsweise.

Louis EVEN

Die Pilgrims von Str. Michael

Die Pilgrims von Str. Michael wurden in Kanada 1939 von Louis Even und Gilberte Côté-Mercier gegründet, um die Entwicklung einer besseren Welt, eine christlichere Gesellschaft, durch die Diffusion (Zerstäubung) und die Implementierung des Unterrichts der römisch-katholischen Kirche, im Sektor der Gesellschaft, besonders das ökonomische Feld überhaupt zu fördern. Zu diesem Zweck veröffentlichen sie ein Journal, das Michael benannt wird. (A Version auf französisch, benannt Vers Demain., besteht seit 1939; die Version auf englisch fing 1953 und eine Version im Poliermittel an, auch genannt Michael. wird seit 1999. veröffentlicht) Außerdem drucken die Pilgrims und verteilen jedes Jahr in jedem Kontinent das Äquivalent von 30 Millionen der freien offprints 4-page, übersetzt in mehr als acht Sprachen.

Michael/Vers Demain

Ein Journal der katholischen Patrioten für das Königreich von Christus und von Marien in den Seelen, in den Familien und in den Ländern.

Für eine Sozialgutschrift-Wirtschaft mit dem Unterricht der Kirche durch die aufmerksame Tätigkeit der Köpfe der Familien und nicht durch politische Beteiligte

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